Ein jüdischer Friedhof, den die Juden „den guten Ort“ nennen, heißt im Hebräischen „Beth Olam“ – „Haus der Ewigkeit“. Wer hier beerdigt ist, hat nach jüdischem Glauben eine ewige Ruhestätte. Das Grab darf nicht eingeebnet und der Leichnam nicht umgebettet werden. Nach jüdischer Religion ist der Tod Teil des Lebens. Die Seele ist unsterblich und lebt nach dem leiblichen Tode bei Gott weiter. Es besteht die Hoffnung auf Auferstehung. Deshalb ist eine Feuerbestattung nicht erlaubt.
Das häufigste Symbol auf den Grabsteinen ist der Davidstern. Die hebräischen Inschriften beginnen meist mit zwei Buchstaben: „Hier ruht“ („Peh Nun“) oder „Hier ist begraben“ („Po Nitman“). Am Ende stehen fast immer fünf Buchstaben: „Seine/Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des (ewigen) Lebens“ („Tiheje Nischmato Zarur Bizor ha Chajim“). Ausgehend von der Pflicht der Juden, nur Gutes über Tote zu sagen, wird in den Texten auf den Grabsteinen, den sog. „Eulogien“ (Lobreden), betont, wie gerecht und gottesfürchtig (z.B. in seinem Amt oder Beruf) und wie weise und wohltätig der Verstorbene als Mensch war. Frauen gedachte man meist als „tüchtige Hausfrau und Mutter“ und als „Zierde ihres Mannes“.
Üblich sind bei jüdischen Bestattungen schlichte Särge aus Kiefern- oder Fichtenholz, keine teuren Eichensärge – nach der Devise: Im Tode sind alle gleich.
Es ist eine Tradition, beim Besuch von Gräbern seiner Angehörigen statt Blumen (wie bei Christen) kleine Steine auf das Grabmal zu legen – aus Verbundenheit mit den Toten.