Die Unterkunft in Niederbronn-les-Bains befindet sich unmittelbar neben einem deutschen Soldatenfriedhof. Tausende deutsche Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs ums Leben kamen, fanden dort ihre letzte Ruhestätte.
Schon der erste Gang über das weitläufige Gräberfeld mit einem Meer an Grabkreuzen hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck. Besonders bewegend stellt sich die Erkenntnis dar, wie jung zahlreiche Soldaten zum Zeitpunkt ihres Todes waren – viele nur wenige Jahre älter als die Schülerinnen und Schüler selbst. Im Gedächtnis bleibt vielen das Grab, in dem Zwillingsbrüder ruhen: Sie waren am selben Tag geboren worden und starben auch am selben Tag. Ein einzelnes Grab erzählt so auf erschütternde Weise von den Folgen eines Krieges für Menschen und Familien.
Diese persönlichen Schicksale stehen auch bei der weiteren Arbeit in der Jugendbegegnungsstätte im Mittelpunkt: In ihrem umfangreichen Archiv werden unter anderem Briefe gefallener Soldaten und Erinnerungsstücke ihrer Angehörigen aufbewahrt. In einem Workshop kann sich intensiv mit ausgewählten Biografien auseinandergesetzt und versucht werden, sich den Menschen hinter den historischen Ereignissen anzunähern. Hinter den Jahreszahlen auf den Grabsteinen des Soldatenfriedhofs werden auf diese Weise einzelne Lebensgeschichten sichtbar.
Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit letzten Briefen von Widerstandskämpfern, die kurz vor ihrer Hinrichtung entstanden. Eine andere Gruppe untersucht Gästebücher des Soldatenfriedhofs. Darin finden sich ganz unterschiedliche Gedanken und Reaktionen von Besucherinnen und Besuchern aus vielen Ländern, die reichlich Anlass zum Nachdenken und Diskutieren bieten.